Nicht nur das Jenseits

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“ … Es ist mir doch egal, ob ich ewig lebe. Wenn es so kommt, ist es wunderbar – und ich glaube es ja auch. Aber das ist keine Bedingung für meinen Glauben. Näher sind mir in diesem Moment jene Psalmen, die vor dem Auferstehungsglauben angesiedelt sind. Wenn es heißt: „Ich will singen und spielen, mein Leben lang. Möge IHM mein Lied gefallen“ oder „Auch wenn ich sterbe, Gott bleibt mein Herzfels …“
(Arnold Stadler, * 1954, Schriftsteller, gefunden in: TE DEUM, Mai 2020, S. 268)

Als ich diese Worte las, war ich etwas irritiert; von diesem Schriftsteller, der in so wunderbarer Sprache Psalmübertragungen veröffentlicht hat: „Die Menschen lügen. Alle.“

Spontan hatte ich den Gedanken, er wolle unseren christlichen Auferstehungsglauben relativieren.
Aber eigentlich macht er genau das Gegenteil: er setzt noch was drauf auf unseren Auferstehungsglauben.

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Pfingsten 2020 – Damit die Hoffnung bleibt

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Lesung: Röm 8, 22 -27
Evangelium:Joh 20, 19 – 23

Pfingsten ist das Fest der Sendung des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist aber ist eine Kraft, die in unsere Zeit hinein wirkt.
Somit ist das Pfingstfest ein Feiertag, an dem wir unseren Glauben feiern, der in unserem Leben Gestalt angenommen hat.
Wie aber wirkt der Heilige Geist in uns?
Woran erkennen wir ihn ganz konkret in unserem Leben?

Wir sagen als Christen, dass der Heilige Geist sich in seinen „Gaben“ zeigt, sich also in seinen Spuren zeigt, die er in unserem Leben hinterlässt:

Zu den „Gaben des Heiligen Geistes“ gehören: Glaube, Mut zum Leben und zum richtigen Handeln und vieles andere mehr.

Von einer Gabe des Heiligen Geistes berichtet der heilige Paulus in seiner heutigen Lesung an die Römer.
Es ist die Gabe der „Hoffnung“.
Und über die Hoffnung möchte ich heute mit Ihnen nachdenken.

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Namaskar

Namaskar – auf der Suche nach angemessenen Grussformen in Corona-Zeiten.

Auf der suche nach angemessenen Grussformen in Corona-Zeiten

Bild: Tänzerin in Namaste-Geste, gemeinfrei, Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dancer_in_Sari.jpg

Das Bild zeigt eine Tänzerin, die den Namaskar ausführt.

Namaskar ist ein Grußform, die wir aus dem indisch-hinduistischen Raum kennen. Diese Grußform wird mit dem Wort „namaste“ begleitet.

„namaste“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Verbeugung zu dir“.
Bei der Geste werden die Handinnenflächen zusammengelegt und dabei in der Nähe des Herzens an die Brust gelegt und der Kopf leicht gebeugt. (siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Namaste )

Mir kam der Gedanke, dass diese Grußform eine angemessen Form auch für uns hier in Europa in Corona-Zeiten sein könnte.

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Emmaus – Christus ganz mit uns!

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Am kommenden Sonntag, den 26. April 2020 wird uns im Tagesevangelium der Text der „Emmaus-Jünger“ vorgelegt.
Sie finden diesen Text auch hier in der Online-Bibel-Ausgabe Lk 24,13-35.

Ich möchte Ihnen heute hier wieder einen kleinen geistlichen Impuls mit auf den Weg nehmen.

Dabei nutze ich hier auch Links zu Musiktiteln, die Sie bei youtube finden können. So kann ich Ihnen – unter Einhaltung von Urheberrechten – neben Texten auch Musik zur Verfügung stellen, die Ihnen bei Textbetrachtung, Meditation und Gebet behilflich sein können. (Sollten vor manchen Videos Werbung eingeblendet werden, so habe ich darauf keinen Einfluss. Ich hoffe, dass das Ihrer Andacht nicht abträglich ist.)

Ich wünsche Ihnen nun eine gute Andacht…

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Zeit des Aufatmens

„Zeit des Aufatmens“ von Gott versprochen.

Heute, am Donnerstag der Osterwoche lese ich in der Lesung aus der Apostelgeschichte das folgende Wort:

„… Also kehrt um und tut Buße, (…) damit der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt und Jesus sendet als den für euch bestimmten Messias…“ (vgl. Apg 3)

In dieser Zeit des ’shot down‘ in der Corona-Krise haben vielleicht einige von uns Zeit, zu viel Zeit, manche eine Zeit, mit der sie nicht viel anfangen können.

Manche von uns sehnen sich nach dem Alltag zurück, wie er noch im Februar bei uns möglich war.

Manche empfinden diese Zeit aber auch als angespannt und stressig.

Egal, in welcher Situation wir uns befinden.
Vielleicht denken wir manchmal: Ach, so richtig mal wieder durchatmen, das wäre was Feines!?

Zur Ruhe zu kommen, ob in Zeiten des Stresses, der Hektik oder auch nur der untätigen Anspannung: da kann es helfen, den eigenen Atem zu einer kleinen Entspannungs- und Meditationsübung zu nutzen.

Wenn ich meinen Atem ungehindert fließen lasse, dann spiegelt er einen eigenen Rhytmus wider.

Ich möchte Sie heute ermutigen und einladen, sich eine „Zeit des Aufatmens“ zu gönnen.

Dazu habe ich bei youtube eine gute Anleitung gefunden, die Ihnen eine ‚geführte Atemmeditation‘ anbietet.
Folgen Sie einfach den Hinweisen dieser Meditation.

Zur Vorbereitung empfiehlt es sich, eine entspannte und entspannende Körperhaltung einzunehmen:
dazu können Sie sich entweder mit dem Rücken auf den Boden legen; hilfreich ist es, dazu eine längs gefaltete Decke zu nehmen, damit Sie den Kontakt zum Boden spüren, aber nicht zu hart liegen.
Oder Sie nehmen eine sitzende Haltung ein.
Dazu setzen Sie sich am besten auf einen Stuhl; benutzen Sie dazu die vordere Hälfte der Sitzfläche, um den Rücken nicht an die Rückenlehne anzulehnen.
Die Beine sind im rechten Winkel angewinkelt und die Füße berühren mit der ganzen Fußsohle den Boden.
Den Kopf halten Sie so, dass Ihr Blick in ungefähr zwei bis drei Metern auf den Boden fällt.
Die Unterarme können Sie auf Ihren Oberschenkeln ablegen.

Und nun lade ich Sie ein, dieser Meditation zu folgen:


Es gibt ein schönes Gebet, das den Atem Gottes, den Heiligen Geist, der in mir fließen und strömen darf, aufgreift.
Dieses Gebet ist dem heiligen Augustinus zugeschrieben:

Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke.
Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue.
Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe.
Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges bewahre.
Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige niemals verliere.

Ich wünsche Ihnen immer wieder „Zeiten des Aufatmens“.
Für die Atemmeditation können Sie gerne immer wieder diese Seite aufrufen, oder suchen Sie sich z.B. bei youtube selbst eine Atemmeditation, die Sie persönlich anspricht.

Passen Sie gut auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Streaming-Eucharistie

Interneteucharistiefeiern:
Innerhalb weniger Tage bildet sich mit einer gewissen Nonchalance eine Haltung heraus, als sei dieses jetzt die einzige Form, die entbehrten gemeinschaftlichen Eucharistiefeiern zu kompensieren.

Theologischer und spiritueller Hohlweg

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In nie dagewesener Form erleben wir in diesen Wochen und unter dem Einfluss der Corona-Pandemie einen Wust von gestreamten Eucharistiefeiern.

Überall meint man, neue technische Möglichkeiten ausprobieren und internetgestreamte Eucharistiefeiern publizieren zu müssen.
Sie sollen herhalten für nicht erlebbare Gemeinschaft während unserer gemeinsamen Gottesdienste in Kirchen und Kapellen.

Innerhalb weniger Tage bildet sich mit einer gewissen Nonchalance eine Haltung heraus, als sei dieses jetzt die einzige Form, die entbehrten gemeinschaftlichen Eucharistiefeiern zu kompensieren.

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Ostern 2020 ‚richtig‘ feiern

Es ist gleich, WIE ich Ostern feiere, wenn ich nur Ostern feiere…!

Bild von Thomas B. auf Pixabay

Allein der Glaube zählt …

In diesem Jahr ist alles anders, was die Feier der österlichen Tage angeht.

Und wir stellen uns die Frage, wie können wir so ‚richtig‘ Ostern feiern, ohne die gewohnten Gottesdienste, ohne die vertraute Dramaturgie der liturgischen Feiern, angefangen von Palmsonntag, über Gründonnerstag, Karfreitag und dann dem Höhepunkt der Osternachtsfeier?

Ich hätte vor einigen Tagen auch noch angenommen: nein, dieses Jahr werde ich nicht ‚richtig‘ Ostern feiern können.

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