In welchem Land …?

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… wollen wir leben?

Mit Entsetzen schauen wir in diesen Tagen nach Hanau, wo ein rechtsterroristischer Anschlag jäh und grausam das Leben vieler Menschen vernichtet hat.

Neben der Sorge und Trauer, dass sowas in unserem Land geschieht, steht auch immer wieder das

WHY?

im Raume.

Warum dieser Hass? Warum diese Ablehnung von Menschen verschiedener Religionen, Herkünfte, sexueller Orientierung?

Ja, es wird betont, dass kaum 72 Stunden nach einem solchem Verbrechen zuvörderst unsere Gedanken bei den Opfern und Hinterbliebenen sind.

Aber wir müssen uns zugleich dringend die Frage beantworten, wo die Quellen und die Wurzeln solchen Terrors liegen? Denn wir müssen den Kampf gegen Terror und Rassismus noch viel entschiedener führen; vor allem auch deshalb, weil gerade aus dem rechten Lager auch dieser Mord versucht wird, zu relativieren, es als ‚Tat eines gestörten Einzelmenschen‘ ab zu tun.

Dabei wissen wir genau, dass die Gesinnung des Mörders genährt wird durch die Propaganda aus rechtspopulistischen Kreisen, deren Arm durch die AfD bis in unsere Parlamente reicht.

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"I remember me …!"

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Wenn ich in Erinnerungen schwelge, dann passiert etwas in mir. Gedanken, Bilder, Gefühle, manchmal sogar Gerüchte kommen IN MIR vor, werden wieder lebendig. Sie werden gegenwärtig; zwar anders als damals, als ich es erlebt habe, aber es ist eine Art von Vergegenwärtigung, wenn ich meinen Erinnerungen nachgehe.

Bei der Erinnerung vollzieht MEIN Hirn eine Leistung, die etwas IN MIR bewirkt.

Vielleicht wundern Sie sich, dass ich „in mir“ zwei mal groß geschrieben habe.

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Klarheit

Evangelium: Mt 5,17-37

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Das Evangelium vom 6. Sonntag im Jahreskreis des Lesejahres A ist eine echte Herausforderung, besonders für eine Person, die darüber zu predigen hat.
Es ist die Klarheit und Eindeutigkeit und zugleich der hohe Anspruch, der in diesem Ausschnitt aus der Bergpredigt zu Tage tritt.
Dieser Text ist einer der neutestamentlichen Texte, die deutlich macht, dass christliche Ethik nicht die Ethik des Alten Testamentes aufhebt, sondern sie sogar nocht perfektioniert. Die Folge ist, dass christliche Ethik zum Beispiel nicht bei der Beachtung des Dekalogs (10 Gebote) stehen bleiben kann.
Christsein ist kein Zuckerschlecken …

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Franziskus: Hat er, oder hat er nicht?!

Ja, er hat nicht …!

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Kommentar zum päpstlichen Lehrschreiben von Papst Franziskus I. zur Amazonas-Synode

Hat Papst Franziskus in seinem Lehrschreiben etwas zur Priesterweihe von verheirateten Männern oder etwas zur Frauenordination gesagt.
Ich meine: Ja, er hat nicht!

Was sich etwas widersprüchlich anhört, möchte ich hier kommentieren:

Ja, Papst Franziskus hat sich in seinem Lehrschreiben anlässlich der Amazonas-Synode nicht abschließend zu der Frage der Frauenordination oder zur Weihe von verheirateten Männern zum Priester geäußert. Er macht lediglich deutlich, dass den Frauen in der Kirche und ihre größere Beteiligung nicht allein damit sichergestellt werden könne, wenn sie zu den heiligen Weihen zugelassen würden. (vgl. https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2020-02/exhortation-querida-amazonia-papst-franziskus-synode-wortlaut.html , 100)

Was ist davon zu halten?

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Bürgerprotest – spontan – nötig

Mit Zivilcourage und Bürgerproteste haben die Menschen dem Skandal um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen den nötigen Druck zum Einlenken verliehen – erfolgreich!

Die putschähnliche Falle, die die AfD Thüringen gestern im Landtag des Freistaates gestellt hat, hat funktioniert.
Zweifelsohne werden sich die Protagonisten dieser Aktion gestern genüsslich die Hände gerieben haben: denn ihr durchtriebener Coup ist aufgegangen: FDP und CDU sind sehenden Auges in die Falle getappt.

Ohne hier eine weitere Analyse vorzunehmen, ist für mich klar, dass dies ein durchtriebener Akt der AfD gegen die demokratischen Parteien in Thüringen war. Und es ist für mich auch klar, dass die FDP und die CDU das hätten verhindern können, wenn sie in ihrer rechts-links-Ideologie auf dem linken Auge größeres Differenzierungsvermögen bewiesen hätten, gerade auch angesichts eines bisherigen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, der bei weit mehr als über die Hälfte der BürgerInnen des Freistaates Anerkennung und Akzeptanz erfährt.

Der scheinbar Unscheinbare

Ich möchte jetzt aber meine Aufmerksamkeit auf den ’scheinbar Unscheinbaren‘ bei diesem ganzen Theater in den Blick nehmen, der aber in den letzten 28 Stunden keine unbedeutende Rolle auch in der heutigen aktuellen Entwicklung gespielt hat, die dann auch zur Rücktrittsankündigung von Kemmerlich geführt hat:

Der spontane eloquent-konsequente BürgerInnen-Protest

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Väter erzählen ihren Glauben

„…. ER stellte sein Gesetz auf in Jakob, (…) und gebot unseren Vätern, ihre Kinder das alles zu lehren…“ (aus Psalm 78)

Heute Morgen, beim Beten der Laudes, wurden mir Verse aus dem 78. Psalm vorgelegt.
Darin heißt es:

„… ER stellte sein Gesetz auf in Jakob, /
gab in Israel Weisung *
und gebot unseren Vätern,
ihre Kinder das alles zu lehren,
damit das kommende Geschlecht davon erfahre, /

die Kinder späterer Zeiten; *
sie sollten aufstehen und es weitergeben an ihre Kinder,

damit sie ihr Vertrauen auf Gott setzen, /
die Taten Gottes nicht vergessen *
und seine Gebote bewahren
und nicht werden wie ihre Väter, /
jenes Geschlecht voll Trotz und Empörung, *

das wankelmütige Geschlecht,
dessen Geist nicht treu zu Gott hielt….“

Zuerst überlas bzw. über-betete ich diesen Text. Doch nach der Laudes spürte ich in mir das innere Bedürfnis, diesen Text noch einmal zur Hand zu nehmen.

Und dann fiel mir auf, woran ich hängen blieb; an den Worten:

„…. ER stellte sein Gesetz auf in Jakob, (…)
und gebot unseren VÄTERN, ihre Kinder das alles zu lehren…“

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Organspende

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Argumente gegen die Widerspruchslösung

Über die Freiheit, sich nicht mit der eigenen Sterblichkeit beschäftigen zu müssen

Obwohl ich persönlich selbst für die Organspende bin und auch einen entsprechenden Organspendeausweis habe, bin ich gegen die Widerspruchslösung bei der Organspende!

Sie ist für mich unvereinbar mit der menschlichen Freiheit.
Die menschliche Freiheit – und das betone ich auch ausdrücklich als Krankenhaus-Seelsorger – bezieht auch die Freiheit eines jeden Menschen mit ein, sich NICHT mit dem eigenen Sterben und Tod auseinandersetzen zu müssen!

Niemand kann gezwungen werden, sich mit der eigenen Endlichkeit und Sterblichkeit beschäftigen zu müssen (auch wenn ich persönlich davon überzeugt bin, dass das für viele Aspekte des Lebens hilfreich sein kann).

Wer sich also für die Widerspruchslösung bei der Organspende ausspricht und sich dafür einsetzt, spricht sich auch gegen die Freiheit des Menschen aus, sich nicht mit seiner eigenen Endlichkeit, mit dem eigenen Sterbeprozess und dem eigenen Tod beschäftigen zu wollen!

Das ist ein Grund, warum ich die Widerspruchslösung ablehne, weil sie eben doch das Selbstbestimmungsrecht und die Freiheit des Menschen an einer wesentlichen Stelle menschlicher Existenz aufhebt.