Geistliches Leben trotz Corona

Auch wenn Veranstaltungen und Gottesdienste ausfallen, ist geistliches und gottesdienstliches Leben möglich

Eine geistliche Orientierung

Noch erscheint es wie ein Flickenteppich von unterschiedlichen Maßnahmen, die auch von Kirchengemeinden ergriffen werden, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.
Doch hinter allen Maßnahmen steht die Absicht, die besonders gefährdeten Risikogruppen weitgehenst zu schützen. Im optimalen Fall wird es in der Zwischenzeit zumindest antivirale Medikamente geben, die die Risiken einer möglichen Infektion minimieren können.

Es ist – seit ich lebe – wohl das erste Mal, dass sogar entschieden wird, Gottesdienst über einen längeren Zeitraum („bis auf weiteres“) ausfallen zu lassen.
Meine frühere Pfarrei St. Hippolytus in Gelsenkirchen-Horst hat sich ganz aktuell dazu entschieden. -> https://www.hippolytus.de/2020/03/wegen-corona-standorte-vorerst-geschlossen/
Beim Schreiben dieses Beitrags erreichen mich auch Nachrichten, dass die Bischöfe von Hamburg und Osnabrück dringend dazu raten, Gottesdienste ganz ausfallen zu lassen. Das Neue Ruhr-Wort berichtet online darüber.

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Corona: Nicht notwendige Veranstaltungen absagen

Die evangelische Kirche von Westfalen empfiehlt, nicht notwendige Veranstaltungen bis zur Karwoche gänzlich abzusagen.

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Die evangelische Kirche von Westfalen geht mit gutem Beispiel voran, wenn sie in ihren aktuellen Hinweisen mit Stand vom 10. März 2020 allen Kirchenkreisen und Kirchengemeinden empfiehlt, bis zur Karwoche (05.04.2020) Veranstaltungen möglichst abzusagen bzw. zu verschieben, die ohne Not zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden können.

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Frühzeitige Konsequenzen

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Nötige Vorsichtsmaßnahmen schon jetzt einüben

Die Ausbreitung von Corvid-19 verläuft in den europäischen Ländern sehr unterschiedlich.
Auch in unserem Land ist die Ausbreitung regional sehr verschieden.

In verschiedenen Bereichen diskutierte man über notwendige Maßnahmen: Fußballspiele ohne Zuschauer, Schließung von Kirchen, teilweise Unterrichtsausfall in Schulen, mehr Möglichkeiten zum homeoffice, …

Wir brauchen hilfreiche Strategien, um die Ausbreitung des Virus zu verzögern, so sind sich viele ExpertInnen und PolitikerInnen einig.

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Reparieren und funktionieren?! – Nein, danke!

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Seit nun über zwei Monaten bin ich dienstunfähig.
Ich sehne mich danach, wieder zu arbeiten und meinen Dienst zu übernehmen.
Ich sehne mich danach, wieder für andere da sein zu können.

Doch noch scheint es nicht so weit zu sein.
Die Auszeit, die mir die Erkrankung gibt, lässt mich ahnen:

Es geht nicht nur darum, dass ich wieder ‚repariert‘ werde und dann wieder ‚funktioniere‘ wie vorher.

Intuitiv spüre ich: wenn diese Phase der Krankheit nicht auch Folgen und Veränderungen für mich bringt, dann ist ihre Chance für mich vertan.

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Die Krankheit wirft mich zurück auf Fragen, die mein Leben berühren:

  • Was erwarte ich (noch und) in Zukunft von meinem Leben?
  • Will die Krankheit mich in eine tiefere Dimension meines Lebens und meiner Spiritualität führen?
  • Worauf macht sie mich aufmerksam?
  • Führt sie mich in Bereiche, in die ich ohne sie nicht hätte gehen wollen?
  • Stellt sie mir nicht auch eine gewisse Unausweichlichkeit vor Augen?
Bild von skeeze auf Pixabay

Ich kann nicht nur einfach in das ‚alte‘ Leben zurück.

Die Krankheit weist mich auf einen nötigen und notwendigen Wandel in meinem Leben hin.

Vielleicht kein ‚Zufall‘, dass sie mich in meinem 57. Lebensjahr erreicht.

ICH

WERDE!

In welchem Land …?

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… wollen wir leben?

Mit Entsetzen schauen wir in diesen Tagen nach Hanau, wo ein rechtsterroristischer Anschlag jäh und grausam das Leben vieler Menschen vernichtet hat.

Neben der Sorge und Trauer, dass sowas in unserem Land geschieht, steht auch immer wieder das

WHY?

im Raume.

Warum dieser Hass? Warum diese Ablehnung von Menschen verschiedener Religionen, Herkünfte, sexueller Orientierung?

Ja, es wird betont, dass kaum 72 Stunden nach einem solchem Verbrechen zuvörderst unsere Gedanken bei den Opfern und Hinterbliebenen sind.

Aber wir müssen uns zugleich dringend die Frage beantworten, wo die Quellen und die Wurzeln solchen Terrors liegen? Denn wir müssen den Kampf gegen Terror und Rassismus noch viel entschiedener führen; vor allem auch deshalb, weil gerade aus dem rechten Lager auch dieser Mord versucht wird, zu relativieren, es als ‚Tat eines gestörten Einzelmenschen‘ ab zu tun.

Dabei wissen wir genau, dass die Gesinnung des Mörders genährt wird durch die Propaganda aus rechtspopulistischen Kreisen, deren Arm durch die AfD bis in unsere Parlamente reicht.

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!!! TRIGGER-Gefahr !!!

Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche

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Vor einigen Wochen erschütterte auch das Bekanntwerden eines Missbrauchsskandals durch einen Priester unseres Bistums.
Ein pädophiler Priester, der in verschiedene Bistümer versetzt wurde, hatte viele Missbrauchsfälle begangen.
Dieser Priester war Kaplan in Bottrop und dann kurze Zeit später in Essen. Danach wurde er ins Bistum München versetzt.

Das Recherchenetzwerk ‚correctiv‘ und die ZDF-Sendung ‚frontal21‘ haben intensiv zu diesem Fall recherchiert.
Am Mittwoch, den 18. Februar 2020 ist in der Sendung ‚frontal21‘ dazu ein Beitrag erschienen.
In diesem Beitrag zeigen sie Spuren auf, die auch zu dem damaligen Bischof von München und des späteren Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger führen.

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„I remember me …!“

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Wenn ich in Erinnerungen schwelge, dann passiert etwas in mir. Gedanken, Bilder, Gefühle, manchmal sogar Gerüchte kommen IN MIR vor, werden wieder lebendig. Sie werden gegenwärtig; zwar anders als damals, als ich es erlebt habe, aber es ist eine Art von Vergegenwärtigung, wenn ich meinen Erinnerungen nachgehe.

Bei der Erinnerung vollzieht MEIN Hirn eine Leistung, die etwas IN MIR bewirkt.

Vielleicht wundern Sie sich, dass ich „in mir“ zwei mal groß geschrieben habe.

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Klarheit

Evangelium: Mt 5,17-37

Quelle: http://www.pixabay.com

Das Evangelium vom 6. Sonntag im Jahreskreis des Lesejahres A ist eine echte Herausforderung, besonders für eine Person, die darüber zu predigen hat.
Es ist die Klarheit und Eindeutigkeit und zugleich der hohe Anspruch, der in diesem Ausschnitt aus der Bergpredigt zu Tage tritt.
Dieser Text ist einer der neutestamentlichen Texte, die deutlich macht, dass christliche Ethik nicht die Ethik des Alten Testamentes aufhebt, sondern sie sogar nocht perfektioniert. Die Folge ist, dass christliche Ethik zum Beispiel nicht bei der Beachtung des Dekalogs (10 Gebote) stehen bleiben kann.
Christsein ist kein Zuckerschlecken …

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Heilen, nicht krank machen …

„Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, (…) heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.“ (Lk 10,9)

Bild von chris3758 auf Pixabay

In Zeiten eigener Krankheit lohnt es sich, in sich selbst hinein zu hören, wonach man sich selbst sehnt.
In Begleitung von Kranken bekomme ich manchmal – sogar sehr deutlich – Hinweise: „Ich möchte wieder mein altes Leben zurück!“„Ich möchte wieder aktiv werden können!“„Ich wünsche mir, meine Antriebslosigkeit zu überwinden!“

Ja, Kranke – so man ihnen offen begegnet und zuhört – können sehr klar formulieren, was ‚ihnen fehlt‘!
BTW: Kennen Sie das auch noch? Sie gehen zum Arzt und er fragt Sie: „Was fehlt Ihnen!“?

Kranksein bedeutet also oft Mangel.
Es bedeutet, dass den Menschen etwas fehlt; dass sie etwas vermissen, was sie vorher hatten. Kranksein wird also als eine Reduktion verstanden; ein Zurückgeführt werden, was von den erkrankten Menschen aber als Mangel wahrgenommen wird.
[An dieser Stelle möchte ich mich nicht mit der Frage beschäftigen, ob eine Re-duktion manchmal auch sinnvoll sein kann! – Ich möchte mich heute darauf beschränken, dass die Reduktion, die Kranke in ihrer Krankheit erfahren, oft als etwas wahrgenommen wird, das sie mit einem ‚Mangel‘ beschreiben oder sogar gleichsetzen würden.]

Die Sehnsucht von Kranken ist daher nur all zu verständlich: die Sehnsucht nach der Wiederherstellung eines frühen Zustands!

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