Neuestes

Klarheit

Evangelium: Mt 5,17-37

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Das Evangelium vom 6. Sonntag im Jahreskreis des Lesejahres A ist eine echte Herausforderung, besonders für eine Person, die darüber zu predigen hat.
Es ist die Klarheit und Eindeutigkeit und zugleich der hohe Anspruch, der in diesem Ausschnitt aus der Bergpredigt zu Tage tritt.
Dieser Text ist einer der neutestamentlichen Texte, die deutlich macht, dass christliche Ethik nicht die Ethik des Alten Testamentes aufhebt, sondern sie sogar nocht perfektioniert. Die Folge ist, dass christliche Ethik zum Beispiel nicht bei der Beachtung des Dekalogs (10 Gebote) stehen bleiben kann.
Christsein ist kein Zuckerschlecken …

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Heilen, nicht krank machen …

„Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, (…) heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.“ (Lk 10,9)

Bild von chris3758 auf Pixabay

In Zeiten eigener Krankheit lohnt es sich, in sich selbst hinein zu hören, wonach man sich selbst sehnt.
In Begleitung von Kranken bekomme ich manchmal – sogar sehr deutlich – Hinweise: „Ich möchte wieder mein altes Leben zurück!“„Ich möchte wieder aktiv werden können!“„Ich wünsche mir, meine Antriebslosigkeit zu überwinden!“

Ja, Kranke – so man ihnen offen begegnet und zuhört – können sehr klar formulieren, was ‚ihnen fehlt‘!
BTW: Kennen Sie das auch noch? Sie gehen zum Arzt und er fragt Sie: „Was fehlt Ihnen!“?

Kranksein bedeutet also oft Mangel.
Es bedeutet, dass den Menschen etwas fehlt; dass sie etwas vermissen, was sie vorher hatten. Kranksein wird also als eine Reduktion verstanden; ein Zurückgeführt werden, was von den erkrankten Menschen aber als Mangel wahrgenommen wird.
[An dieser Stelle möchte ich mich nicht mit der Frage beschäftigen, ob eine Re-duktion manchmal auch sinnvoll sein kann! – Ich möchte mich heute darauf beschränken, dass die Reduktion, die Kranke in ihrer Krankheit erfahren, oft als etwas wahrgenommen wird, das sie mit einem ‚Mangel‘ beschreiben oder sogar gleichsetzen würden.]

Die Sehnsucht von Kranken ist daher nur all zu verständlich: die Sehnsucht nach der Wiederherstellung eines frühen Zustands!

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Franziskus: Hat er, oder hat er nicht?!

Ja, er hat nicht …!

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Kommentar zum päpstlichen Lehrschreiben von Papst Franziskus I. zur Amazonas-Synode

Hat Papst Franziskus in seinem Lehrschreiben etwas zur Priesterweihe von verheirateten Männern oder etwas zur Frauenordination gesagt.
Ich meine: Ja, er hat nicht!

Was sich etwas widersprüchlich anhört, möchte ich hier kommentieren:

Ja, Papst Franziskus hat sich in seinem Lehrschreiben anlässlich der Amazonas-Synode nicht abschließend zu der Frage der Frauenordination oder zur Weihe von verheirateten Männern zum Priester geäußert. Er macht lediglich deutlich, dass den Frauen in der Kirche und ihre größere Beteiligung nicht allein damit sichergestellt werden könne, wenn sie zu den heiligen Weihen zugelassen würden. (vgl. https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2020-02/exhortation-querida-amazonia-papst-franziskus-synode-wortlaut.html , 100)

Was ist davon zu halten?

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Bürgerprotest – spontan – nötig

Mit Zivilcourage und Bürgerproteste haben die Menschen dem Skandal um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen den nötigen Druck zum Einlenken verliehen – erfolgreich!

Die putschähnliche Falle, die die AfD Thüringen gestern im Landtag des Freistaates gestellt hat, hat funktioniert.
Zweifelsohne werden sich die Protagonisten dieser Aktion gestern genüsslich die Hände gerieben haben: denn ihr durchtriebener Coup ist aufgegangen: FDP und CDU sind sehenden Auges in die Falle getappt.

Ohne hier eine weitere Analyse vorzunehmen, ist für mich klar, dass dies ein durchtriebener Akt der AfD gegen die demokratischen Parteien in Thüringen war. Und es ist für mich auch klar, dass die FDP und die CDU das hätten verhindern können, wenn sie in ihrer rechts-links-Ideologie auf dem linken Auge größeres Differenzierungsvermögen bewiesen hätten, gerade auch angesichts eines bisherigen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, der bei weit mehr als über die Hälfte der BürgerInnen des Freistaates Anerkennung und Akzeptanz erfährt.

Der scheinbar Unscheinbare

Ich möchte jetzt aber meine Aufmerksamkeit auf den ’scheinbar Unscheinbaren‘ bei diesem ganzen Theater in den Blick nehmen, der aber in den letzten 28 Stunden keine unbedeutende Rolle auch in der heutigen aktuellen Entwicklung gespielt hat, die dann auch zur Rücktrittsankündigung von Kemmerlich geführt hat:

Der spontane eloquent-konsequente BürgerInnen-Protest

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Väter erzählen ihren Glauben

„…. ER stellte sein Gesetz auf in Jakob, (…) und gebot unseren Vätern, ihre Kinder das alles zu lehren…“ (aus Psalm 78)

Heute Morgen, beim Beten der Laudes, wurden mir Verse aus dem 78. Psalm vorgelegt.
Darin heißt es:

„… ER stellte sein Gesetz auf in Jakob, /
gab in Israel Weisung *
und gebot unseren Vätern,
ihre Kinder das alles zu lehren,
damit das kommende Geschlecht davon erfahre, /

die Kinder späterer Zeiten; *
sie sollten aufstehen und es weitergeben an ihre Kinder,

damit sie ihr Vertrauen auf Gott setzen, /
die Taten Gottes nicht vergessen *
und seine Gebote bewahren
und nicht werden wie ihre Väter, /
jenes Geschlecht voll Trotz und Empörung, *

das wankelmütige Geschlecht,
dessen Geist nicht treu zu Gott hielt….“

Zuerst überlas bzw. über-betete ich diesen Text. Doch nach der Laudes spürte ich in mir das innere Bedürfnis, diesen Text noch einmal zur Hand zu nehmen.

Und dann fiel mir auf, woran ich hängen blieb; an den Worten:

„…. ER stellte sein Gesetz auf in Jakob, (…)
und gebot unseren VÄTERN, ihre Kinder das alles zu lehren…“

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Organspende

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Argumente gegen die Widerspruchslösung

Über die Freiheit, sich nicht mit der eigenen Sterblichkeit beschäftigen zu müssen

Obwohl ich persönlich selbst für die Organspende bin und auch einen entsprechenden Organspendeausweis habe, bin ich gegen die Widerspruchslösung bei der Organspende!

Sie ist für mich unvereinbar mit der menschlichen Freiheit.
Die menschliche Freiheit – und das betone ich auch ausdrücklich als Krankenhaus-Seelsorger – bezieht auch die Freiheit eines jeden Menschen mit ein, sich NICHT mit dem eigenen Sterben und Tod auseinandersetzen zu müssen!

Niemand kann gezwungen werden, sich mit der eigenen Endlichkeit und Sterblichkeit beschäftigen zu müssen (auch wenn ich persönlich davon überzeugt bin, dass das für viele Aspekte des Lebens hilfreich sein kann).

Wer sich also für die Widerspruchslösung bei der Organspende ausspricht und sich dafür einsetzt, spricht sich auch gegen die Freiheit des Menschen aus, sich nicht mit seiner eigenen Endlichkeit, mit dem eigenen Sterbeprozess und dem eigenen Tod beschäftigen zu wollen!

Das ist ein Grund, warum ich die Widerspruchslösung ablehne, weil sie eben doch das Selbstbestimmungsrecht und die Freiheit des Menschen an einer wesentlichen Stelle menschlicher Existenz aufhebt.

Unsensibel oder ignorant?!

Symbolbild, Quelle: Bild von Wilfried Pohnke auf Pixabay

In erschreckend vielen Fällen sexualisierter Gewalt – gerade auch durch kirchliche Mitarbeiter – schauen wir immer noch viel zu wenig auf die Opfer und auf das grenzenlose Leid, dass die Opfer/Betroffenen auch noch nach Jahren oder Jahrzehnten erleben!

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Wo bist du, du Zeit der Stille…?!

Was der Advent für mich meint…

Bild von SplitShire auf Pixabay

Wen würde es wundern, wenn ich von mir sagen würde: dieses Bild ist für mich ein wirklich adventliches Bild? – Sie vielleicht?

Dieses Bild drückt für mich die adventliche Sehnsucht am heutigen dritten Adventssonntag aus. Es steckt so viel darin, was wir eigentlich vom christlichen Ursprung her mit dem Advent verbinden.

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Seelsorge in future

Quelle: Bild von Free-Photos auf Pixabay

Heute Morgen, am 07. Dezember 2019 las ich in der Laudes das folgende Schriftwort aus dem Matthäus-Evangelium:


Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen,
denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe,
die keinen Hirten haben.“ (Mt 9, 36)

In selten gekannter Weise hat mich heute dieses Schriftwort angerührt. [Es gibt offensichtlich Zeiten, da einem wohlvertraute Schrifstellen des Evangeliums in ganz neuer Weise ansprechen; dann haben sie mir offenbar Neues zu sagen oder vor Augen zu stellen.]
Wenn so etwas bei mir passiert, dann frage ich mich meist, warum mich gerade jetzt/heute diese Schriftstelle in einer neuen Weise anspricht?

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