Füreinander …

… beten

„Schließen Sie mich bitte in Ihr Gebet ein!“ „Beten Sie für mich!“„Denken Sie an mich im Gottesdienst!“

Solche oder ähnliche Bitten oder Aufforderungen bekommen wir SeelsorgerInnen immer wieder.

Mitunter erwidere ich diese Bitte, in dem ich sage: „Beten Sie auch bitte für mich!“

Solche (gegenseitigen) Bitten zeigen mir: wir geben was auf die Für-Bitte anderer.

In den gemeinsamen Gottesdiensten hat dieses fürbittende Gebet einen ganz zentralen Ort und ist von großer Bedeutung.

Aber gerade in Corona-Zeiten gibt es kaum öffentliche und gemeinschaftliche Gottesdienste.

Wie ist es dann möglich, dieses fürbittende Gebet regelmäßig aufrecht zu erhalten?

Bei uns in der Krankenhaus-Seelsorge im Johanniter-Krankenhaus in Oberhausen haben mein evangelischer Kollege und ich dafür eine Möglichkeit gefunden:

Wir haben einen Gottesdienstvorschlag aus der evangelischen Kirche aufgegriffen und bieten nun jeden Mittwoch mittags um 13.00 Uhr einen

Stellvertretungsgottesdienst

an.

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Eucharistiefeiern – was kommt nach ‚Corona‘?

Wie die Corona-Pandemie auf das Teilnahmebedürfnis an der Eucharistie durchschlagen könnte

Seit Monaten finden die gewohnten Eucharistiefeiern (hl. Messe) nicht mehr in unseren Kirchen statt.
Einige Wochen gab es überhaupt keine gemeinschaftlichen Messen in unseren Kirchen. Später – bis heute – werden in einigen Kirchen und unter ganz besonderen Vorsichtsmaßnahmen Messen gefeiert, aber mit Beschränkungen der TeilnehmerInnen-Zahlen und geradezu synthetischen Bedingungen (Abstand zum/zur Nachbarin, kein beherztes Singen, Kommunionausteilung fast aseptisch und steril, …)
Menschen aus den Risikogruppen trauen sich zu großen Teilen gar nicht mehr in die Kirche.
Ähnliche Zustände auch bei Zielgruppen-Gottesdiensten, so sie denn überhaupt noch angeboten werden (Kindermesse, Jugendmessen, Seniorenmessen, Messe für Menschen mit Handycap).

Bild von My pictures are CC0. When doing composings: auf Pixabay

Ich frage mich, wie sich das auf die Menschen auswirkt, die vor der Corona-Pandemie noch selbstverständlich und regelmäßig die Sonntagsmesse mitgefeiert haben?

Diese Frage müssen wir uns stellen, nicht nur in Gedanken, sondern ganz laut und in den verschiedenen Seelsorgeteams und Gremien von Gemeinden und Pfarreien!


Wir müssen auch – jetzt schon- darüber nachdenken, ob und wie sich das Bedürfnis zur Mitfeier der Eucharistie dadurch verändert (hat)?


Wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf das geistliche und gottesdienstliche Bedürfnis überhaupt noch haben wird?


Was, wenn die Menschen, die heute allein durch die Corona-Pandemie für sich mehr und mehr feststellen, dass die regelmäßige Mitfeier der Eucharistie für sie ‚verzichtbar‘ geworden ist; dass ihnen nicht mehr viel fehlt, wenn sie nicht dabei sind?

Ja, solche Gedanken sind nur schwer zu ertragen für jene, denen die Eucharistiefeier und die Gottesdienstgemeinde am Sonntag existentiell wichtig sind.

Menschen von heute – unter uns, unterwegs in unseren Straßen – Bild von Free-Photos auf Pixabay


Wie wollen wir diese Menschen dann wieder ansprechen und erreichen?

Allein mit Appellen werden wir die Menschen nicht ‚hinter dem Ofen locken‘ können.

Wir werden sehr gezielt und sehr konkret nach ihren geistlichen Bedürfnissen fragen müssen.

Wir werden fragen müssen, in welcher Welt sie sich bewegen und welche Rolle konkret dort für sie der christliche Glaube und der christliche Gottesdienst hat?

Wir werden sehr persönlich mit ihnen ins Gespräch und in die Begegnung kommen müssen und ihnen von Neuem ein Angebot machen müssen, das für sie attraktiv und einladend ist.

Wir werden noch viel, viel mehr als bisher werbend und einladend sein und eine echte und glaubwürdige Willkommenskultur an den Tag legen müssen.

Die sonntägliche Gottesdienstteilnahme wird durch floskelhafte Hinweise, wie, dass „die Eucharistie Mittelpunkt der christlichen Gemeinde“ sei, nicht zufriedenstellen können.

Noch mehr als bisher müssen unsere Eucharistiefeiern – schon vor Beginn und nach dem Ende – Orte der echten menschlichen Begegnung und sozialer Verbindung werden, ähnlich wie den Hauskirchen in der frühen Kirche.

Sehr konkret werden wir sicherlich auch organisatorische Angebote machen müssen.
Ich stelle mir da zum Beispiel Fahrgemeinschaften vor, die angeboten und gebildet werden; auch Abhol-Services können dazu gehören. Dies wird um so wichtiger sein, um so mehr Kirchen geschlossen und die Wege zu den Gottesdiensten zwangsläufig weiter sein werden.

Auch wäre es sicherlich nicht schlecht, auf die frühkirchlichen Agape-Gemeinschaften zu schauen und zu überlegen, ob und wie diese als Angebot nach der Eucharistie zur Gemeindebildung genutzt werden kann.

Manche schauen verunsichert und skeptisch in die Zukunft.
Manche wollen das ‚alte Leben‘ wieder zurück haben, aber das wird es nie mehr geben in unseren Pfarreien und Gemeinden.
Manche sehen die Situation als Herausforderung, die kreativ und christlich gestaltet werden will.

Wir tun gut daran, uns mit jenen zu verbünden, die nach vorne gehen wollen. Wir sollten jene nicht allein lassen, die unsere Unterstützung dabei brauchen.
Und wir sollten uns alle Mut machen, die Realität anzuschauen und anzunehmen, wie sie ist.

Alles andere würde nur in die falsche Richtung führen.


Und zum Schluß … ein Gebet:

Um drei Dinge bitte ich

Herr, zeige mir die Möglichkeiten,
die Dinge zu verändern, die ich verändern kann,

und gib mir die Kraft,
die Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann,

und gib mir die Weisheit,
eines vom anderen zu unterscheiden.

(aus Irland)



Streaming-Eucharistie

Interneteucharistiefeiern:
Innerhalb weniger Tage bildet sich mit einer gewissen Nonchalance eine Haltung heraus, als sei dieses jetzt die einzige Form, die entbehrten gemeinschaftlichen Eucharistiefeiern zu kompensieren.

Theologischer und spiritueller Hohlweg

Bild von Michael Gaida auf Pixabay

In nie dagewesener Form erleben wir in diesen Wochen und unter dem Einfluss der Corona-Pandemie einen Wust von gestreamten Eucharistiefeiern.

Überall meint man, neue technische Möglichkeiten ausprobieren und internetgestreamte Eucharistiefeiern publizieren zu müssen.
Sie sollen herhalten für nicht erlebbare Gemeinschaft während unserer gemeinsamen Gottesdienste in Kirchen und Kapellen.

Innerhalb weniger Tage bildet sich mit einer gewissen Nonchalance eine Haltung heraus, als sei dieses jetzt die einzige Form, die entbehrten gemeinschaftlichen Eucharistiefeiern zu kompensieren.

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Corona: Betriebe vor Ort unterstützen

Bild von Benedikt Geyer auf Pixabay

So sieht es momentan bei vielen Geschäften aus. Besonders mittelständische Einzelhandelsunternehmen stehen in dieser Corona-Krise vor großen Herausforderungen: sie können ihr Ladenlokal nicht öffnen, haben aber laufende Kosten und wollen MitarbeiterInnen für die Zukunft behalten und so Arbeitsplätze sichern.

Das lässt manche von ihnen kreativ werden, die sich nicht nur auf staatliche Unterstützung verlassen wollen.

Und wir als KundInnen und VerbraucherInnen können dabei eine wichtige Rolle spielen.

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Ostergottesdienst mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Ostergottesdienst mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Bild von Myriam Zilles auf Pixabay

Bistum Essen überträgt am Ostersonntag Gottesdienst live im Internet

Am Ostersonntag, dem 12. April 2020 überträgt das Bistum Essen um 10.00 Uhr einen Ostergottesdienst mit unserem Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck aus der Kirche der Mülheimer „Wolfsburg“.

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Service in Krisenzeiten

Wie ein Disounter in Krisenzeiten für seine KundInnen sorgt…

Wie ein Discounter für seine KundInnen sorgt

Heute wurde ich bei ‚meinem‘ Lidl-Discounter in Oberhausen durch eine Zugangskontrolle empfangen.

Symbol-Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Ausserdem reichte man mir beim Betreten ein Desinfektionsmittel für meine Hände und für die Griffe des Einkaufswagens.
Dafür sage ich auch an dieser Stelle herzlich: DANKE!

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Chill-Zone

Ich trete
aus der Balkontür heraus
lausche –
höre eine Ruhe
wie ich sie nur
selten in der Innenstadt
vernehmen kann

copyright: Gerd Wittka, 2020

Ich trete
aus der Balkontür heraus
lausche –
höre eine Ruhe
wie ich sie nur
selten in der Innenstadt
vernehmen kann

Wie wohltuend
dieser
ruhige
entschleunigte
Moment

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„Freuet euch!“ in Zeiten von Corona

Andacht zum 4. Fastensonntag

Bild von fancycrave1 auf Pixabay

Hören – Mitbeten – Nachlesen

In unseren Kirchengemeinden fallen gemeinschaftliche Gottesdienste aus.
Mit diesem Impuls möchte ich Ihnen für den kommenden Fastensonntag, dem 4. Fastensonntag „Laetare“ eine Andacht bieten, die Sie selbst hören und mitbeten können.

Sie haben auch die Möglichkeit, das Skript dieser Andacht herunter zu laden.

Diese Andacht ist spontan und aus der Not heraus mit einfachsten Mitteln erstellt worden, weil ich kurzfristig ein Angebot machen wollte.
Ich plane aber, die nächsten Impulse zu verfeinern.
Sehen Sie es mir also nach, wenn diese Andacht technisch und redaktionell nicht hochklassig ist.

Gerne interessiere ich mich auch für Ihre Gedanken oder anderes feedback.

Ich wünsche Ihnen einen guten 4. Fastensonntag.

Hier die Andacht im mp3-Format:

Und hier das Skript zur Andacht zum persönlichen Nachlesen:

Credits:
Ich danke Martijn de Boer für die lizenzfreie Überlassung der Hintergrundmusik: Nocturnal Improvisations (Duet) by Martijn de Boer (NiGiD) (c) copyright 2015 Licensed under a Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0) license. http://dig.ccmixter.org/files/NiGiD/51482 Ft: Doxent Zsigmond

Höflich aber bestimmt

Wie ich eine Passantin auf unlogisches hygienisches Verhalten aufmerksam machte

Bild von planet_fox auf Pixabay

Heute Morgen, gegen 08.15 Uhr packte ich nach meinem Einkauf mein Auto und fuhr den Einkaufswagen zurück zum Unterstand.
Neben mir eine Frau, die mit angezogenen Latexhandschuhen ebenfalls einkaufen war und nun ihren Einkaufswagen zurückstellen wollte.
Nachdem sie das erledigt hatte, zog sie ihren rechten Schutzhandschuh aus und warf in fort … in einen der geparkten Einkaufswagen!

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