Geliebt mit Haut und Haaren

Liebe, Zärtlichkeit und Eros …

Heute, am Montag der Karwoche 2020 lese ich im Tagesevangelium die folgenden Verse aus Johannes, 12, 1-3:
„Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Bethanien (…). Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Maria bediente (…). Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.“

Gerd Eichmann / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Steinbach-St_Jakobus-60-Maria_Magdalena_salbt_Jesus_die_Fuesse-gje.jpg

Am Beginn der Karwoche also dieses Evangelium. Es richtet im weiteren Verlauf zwar auch den Blick auf das zukünftige Begräbnis Jesu, wenn es in Vers 7 heißt: „…Jesus jedoch sagte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt!…“, aber dieser Satz scheint im Zusammenhang mit der Schilderung vorher etwas widersinnig, denn Maria bewahrt ja eigentlich nichts auf, sondern ‚verschwendet‘ es gleichsam in den Augen anderer.
Deshalb: diesem Evangelium steckt noch viel mehr drin, was bedeutsam für diese Heilige Woche ist.

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Klarheit

Evangelium: Mt 5,17-37

Quelle: http://www.pixabay.com

Das Evangelium vom 6. Sonntag im Jahreskreis des Lesejahres A ist eine echte Herausforderung, besonders für eine Person, die darüber zu predigen hat.
Es ist die Klarheit und Eindeutigkeit und zugleich der hohe Anspruch, der in diesem Ausschnitt aus der Bergpredigt zu Tage tritt.
Dieser Text ist einer der neutestamentlichen Texte, die deutlich macht, dass christliche Ethik nicht die Ethik des Alten Testamentes aufhebt, sondern sie sogar nocht perfektioniert. Die Folge ist, dass christliche Ethik zum Beispiel nicht bei der Beachtung des Dekalogs (10 Gebote) stehen bleiben kann.
Christsein ist kein Zuckerschlecken …

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Über die Barmherzigkeit Gottes

Predigt zum 24. Sonntag – C – 2019

Bild von Jeong Eun Lee auf Pixabay

zu Lukas 15, 1- 32

Vor fast genau vor drei Jahren stand ein Artikel auf der Homepage von http://www.katholisch.de, der mit diesen Worten begann:
„Barmherzigkeit schafft nach Aussage von Papst Franziskus die Sünde nicht ab. Einen Sünder zu verurteilen, sei nicht deshalb verkehrt, weil es keine Sünde gebe, sondern weil dies das brüderliche Band zerstöre und die Barmherzigkeit Gottes verachte, (…). Gott wolle auf keines seiner Kinder verzichten. (…)
Innerkirchliche Kritiker des Papstes beanstanden immer wieder, dass er mit seiner Auffassung von Barmherzigkeit die Sünde abschaffe. Franziskus bezog sich bei seinen Äußerungen auf den Evangelien-Vers „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist“.

Quelle: https://www.katholisch.de/artikel/10588-papst-barmherzigkeit-schafft-die-suende-nicht-ab

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Über Freundschaft und Liebe

Bild von Holger Schué auf Pixabay

Bezugstext: Johannes-Evangelium 21, 15 – 19 ( 3. Ostersonntag – Lesejahr C)

Man stelle sich folgende Situation vor:
In einer Ehe, einer Partnerschaft oder Beziehung fragt der eine Teil den anderen: „Liebst du mich?!“

Diese Frage würde aufhorchen lassen.
Würde diese Frage abgewandelt: „Liebst du mich überhaupt noch?“, dann könnte es sein, dass die gefragte Person schon mal die Kontaktdaten eine Ehe- oder Beziehungsberatungsstelle heraussucht. Ähnliches gilt sicherlich auch für Freundschaften oder für andere sehr vertraute Beziehungen.

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Unzerstörbar

Bild von Mégane Percier auf Pixabay

Die brennende Kathedrale von Paris zeigt mir, dass ich von der Vergänglichkeit umgeben bin. –
Dies zu bedenken, hilft vielleicht auch, zu erkennen, was wirklich in meinem Leben zählt?
Und das sind nicht Dinge, so großartig und bestaunenswert sie auch sind.
Was für mich wirklich zählt sind Menschen, die ich liebe und die mich lieben.
Und diese Liebe überdauert selbst den Tod!